Liebe Tierbesitzer,

auch in Hessen wird für unsere Hunde ein erhöhtes Risiko beobachtet, an Leptospirose zu erkranken.

Die Leptospirose wird durch bewegliche Bakterien, die sog. Leptospiren, hervorgerufen und hat weltweite Bedeutung. Sie gehört zu den Infektionskrankheiten, die von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragbar sind, den sog. Zoonosen. Die Leptospiren werden von infizierten Tieren mit dem Urin ausgeschieden. Die Infektion erfolgt durch den Kontakt über Hautläsionen oder Scheimhäute. Als Haptübertragungsweg gilt die Aufnahme von mit Rattenharn verunreinigtem Wasser z.B. in Pfützen. Die Leptospiren vermehren sich im Blut und dringen dann in viele Organe ein. Dazu gehören vor allem die Leber und die Nieren, aber auch die Milz, das zentrale Nervensystem, die Augen und der Geschlechtstrakt. Die Vermehrung der Erreger führt zu einer Entzündung und schädigt betroffene Organe. Erste Krankheitsanzeichen sind häufig Appetitlosigkeit, Fieber, Mattigkeit, Erbrechen, Durchfall, Gelbfärbung der Schleimhäute oder vermehrter Durst und vermehrter Harnabsatz.

Die Leptospirose gehört zu den Infektionskrankheiten des Hundes, gegen die jährlich geimpft wird. Ursprünglich wurden die Erregertypen Canicola und Icterohaemorrphagiae für die meisten Infektionen verantwortlich gemacht. Heute wird die Leptospirose vorwiegend durch andere Erregertypen wie Bratislava, Australis, Grippotyphosa und Pomona verursacht. Aufgrund dieser Veränderung gibt es mittlerweile neue Impfstoffe, die dies berücksichtigen. Der neue Impfstoff beinhaltet Bestandteile aus folgenden Leptospiren Stämmen: Canicola, Icterohaemorrphagiae, Australis, Bratislava und Grippotyphosa.

Daher reagieren wir mit einem neuen Impfregime. Hundewelpen werden generell mit dem neuen Impfstoff geimpft. Bei älteren Hunden besprechen wir das weitere Vorgehen gerne mit Ihnen im Rahmen der jährlichen Impfung. Wir haben beide Impfstoffe vorrätig, so dass Sie sich vor Ort entscheiden können. Bitte beachten Sie, dass beim Umstieg auf den neuen Impfstoff eine zusätzliche Impfung nach drei bis vier Wochen nötig ist, um die Grundimmunisierung sicherzustellen. Danach erfolgt die Impfung gegen die Leptospirose wie gewohnt einmal im Jahr.